Auch stach diesmal eine schlechte Koordination der Flüge über Taiwan ins Auge. Zum ersten Mal setzte China sowohl seine Land-Basen als auch seinen Flugzeugträger Shandong für die Simulation des massiven Angriffs auf Taiwan an. Die Feindflüge vom Flugzeugträger erfolgten am zweiten Tag des Manövers, der nur insgesamt 25 chinesische Angriffsflüge umfasste. Die Feindflüge von Land zielten auf die Südostküste Taiwans, während die parallelen Feindflüge vom Meer mehr als 100 Kilometer weiter nördlich im Zentrum Taiwans ankamen. Dies deutet laut Forscher Chieh Chung auf einen Mangel an Koordination durch ein modernes Luft-Koordinierungssystem hin. Und auch bei dem Einsatz von Drohnen zeigten die Chinesen Schwächen.
Lediglich sechs Drohnen-Einsätzen der chinesischen Armee standen während des dreitägigen Manövers auf dem Programm, was in Taiwan auf große Aufmerksamkeit gestossen ist. China setzt seit Jahren auf unbemannte Luftfahrzeuge, exportiert sie sogar in den Nahen Osten. Die niedrige Zahl lässt Beobachter ratlos zurück, ob China das Potenzial seiner angeblich massiven Drohnen-Flotte während des Manövers nicht ausschöpfen konnte oder wollte. Taiwanesischen Experten deuten die Beobachtungen bei dem Manöver so, dass "das chinesische Militär ernsthafte Schwierigkeiten bei der Koordination der eingesetzten Einheiten hat."