Wie die Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, begannen am Mittwochmorgen Durchsuchungen in mehr als 20 Objekten in acht Bundesländern und der Schweiz. Sie richteten sich gegen fünf weitere Beschuldigte, die der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verdächtigt werden. Dabei ging es um Menschen aus München, der Region Hannover, Chemnitz und der Schweiz.
Außerdem würden Räumlichkeiten von 14 Menschen durchsucht, die nicht verdächtig seien, hieß es weiter. In Deutschland seien Beamte des Bundeskriminalamts sowie Spezialeinheiten von Bund und Ländern im Einsatz gewesen.
Im Dezember waren Polizei und Bundesanwaltschaft mit mehreren tausend Einsatzkräften gegen ein mutmaßliches Netzwerk aus Reichsbürgern vorgegangen. Diese sollen einen gewaltsamen Umsturz geplant haben. 23 Menschen wurden in Deutschland festgenommen, einer in Italien und einer in Österreich. Alle 25 sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Unter ihnen ist der Frankfurter Geschäftsmann Heinrich XIII. Prinz Reuß, zusammen mit dem früheren Elitesoldaten Rüdiger von P. der mutmaßliche Kopf des Netzwerks, außerdem die frühere AfD-Bundestagsabgeordnete und vorläufig suspendierte Richterin Birgit Malsack-Winkemann.
Generalbundesanwalt Peter Frank hatte im vergangenen Monat vor einer wachsenden Gewaltbereitschaft der etwa 23.000 Menschen umfassenden Reichsbürgerzene in Deutschland gewarnt. Größere Teile von ihnen seien zu aktiver Gewalt bereit oder äußerten ihre Gewaltfantasien gegen staatliche Repräsentanz freier als früher, sagte er damals der "Welt am Sonntag".