Francis Fulton-Smith (53, "Familie Dr. Kleist" ) ist mehr als nur Schauspieler, der Deutsch-Brite engagiert sich auch leidenschaftlich für den Umweltschutz. "Jeder, der ein Hirn zwischen den Ohren hat, sollte mitmachen", stellt der 53-Jährige klar. In wenigen Tagen wird er beim "EuroMinds Wirtschaftsgipfel" (31. Januar bis 2. Februar) in Hamburg zu Gast sein. Die Idee dieses Gipfels ist es, mit Wirtschaft, Medien, Politik, Prominenten und Bürgern gemeinsam Lösungsansätze für aktuelle Probleme zu erarbeiten. Der TV-Star tritt als Experte zum Thema Energiequellen der Zukunft auf. Er investiert selbst in eine Firma, die Energie aus nicht recyclebarem Plastikmüll gewinnen will. "Ich möchte mithelfen, unseren Planeten aufzuräumen", betont der Schauspieler und erklärt zudem, was jeder Einzelne auch im Kleinen beisteuern kann.
Sie machen sich seit vielen Jahren für die Umwelt stark und sind unter anderem Mitglied im Stiftungsbeirat der "Prince Albert II of Monaco Foundation". Was tun Sie da genau?Francis Fulton-Smith: Fürst Albert II. von Monaco setzt sich vor allem für die drei wichtigsten lebenserhaltenden Dinge unseres Planeten ein. Den Klimawandel, den Schutz der Artenvielfalt und er kämpft für den freiem Zugang zu Trinkwasser. Speziell liegt sein Augenmerk in der Erhaltung des Regenwaldes im Amazonas, dem Schutz der Polarkreise und natürlich der gesamten Mittelmeerregion. Meine Aufgabe ist unter anderem, die Botschaft des Fürsten medial zu unterstützen und gegebenenfalls geeignete Projekte zu identifizieren und der Stiftung vorzuschlagen.
Sie sind außerdem an einer Firma beteiligt, die aus Plastik Öl zu machen versucht. Kann das wirklich gelingen?Fulton-Smith: Das ist der Plan. Aber die Firma stellt nicht Öl, sondern verbrauchsfertigen Diesel aus nicht recyclebarem Plastikrestmüll her. Es ist kein zusätzliches Raffinieren notwendig und der Prozess findet ohne toxische Emissionen statt. Bei diesem Verfahren entstehen etwa 85 Prozent Diesel, ca. 12 Prozent Petroleum und der Rest ist LPG Gas, das wiederum ausreicht, die komplette Anlage zu befeuern. Damit ist der Energiekreislauf geschlossen und unabhängig. Spannend ist auch, dass diese Art der Treibstoffgewinnung einen 38 Prozent niedrigeren CO2-Wert hat, als die Treibstoffgewinnung durch fossiles Rohöl. Das Verfahren wurde wissenschaftlich erfolgreich getestet und zertifiziert. Derzeit entsteht das erste Werk in Amsterdam. Diverse andere Standorte sind in Planung. Anstatt nicht recycelbaren Plastikrestmüll hoch giftig zu verbrennen, oder in der dritten Welt zu vergraben, besteht jetzt die realistische Möglichkeit, das enorme Plastikproblem ohne Rückstand umzuwandeln und wieder zu verwerten. Ich möchte mithelfen, unseren Planeten aufzuräumen.
Warum engagieren Sie sich so in Sachen Nachhaltigkeit?Fulton-Smith: Unsere Eltern und Großeltern haben dem Krieg mit dem Slogan "Rama Dama" (wir räumen auf!) Deutschland wiederaufgebaut. Heute müssen wir den Planten aufräumen. Jeder, der ein Hirn zwischen den Ohren hat, sollte deshalb mitmachen.