Das zweite Szenario sei die Auswahl eines guten Zaren von Seiten des Westens, der Russland mit harter Hand führen wird. Aber auch in diesem Fall sieht Chodorkowski keine goldene Zukunft für Russland und den Westen. In diesem Fall könnte der neue Machthaber ebenfalls nach kurzer Zeit äußere Feinde attackieren, um den Machterhalt im Innern des Landes zu rechtfertigen. Die beste Lösung sei laut Chodorkowski deshalb ein erneuter Aufbau Russlands von den Regionen heraus. Nur durch die Schaffung eines echten Föderalismus und eines parlamentarischen Modells habe Russland eine Zukunft. Chodorkowski selbst bevorzugt ein Modell der parlamentarischen Demokratie wie in Frankreich oder Deutschland. Allerdings sieht der Kreml-Kritiker vor allem in der Gewalt des Landes ein gewaltiges Problem. Deshalb wird nur ein Mann, der die Unterstützung der Geheimdienste, der Armee und der Nationalgarde hat, das Land regieren können. Er selbst werde in der Zukunft Russlands keine aktive Rolle spielen.