Der Vorfall löste in Russland Kritik an der Militärführung im Internet aus. Einige Nutzer von Online-Netzwerken warfen der russischen Führung vor, bei der Angabe der Opferzahl zu untertreiben. Wut und Trauer über den Tod der vielen russischen Soldaten in der Silvesternacht wurde auch bei einer Trauerfeier in der Wolga-Region Samara mit rund 200 Teilnehmern sowie bei ähnlichen Veranstaltungen in anderen Städten sichtbar.
Mehrere russische Militärkorrespondenten - deren Einfluss im Land zuletzt gewachsen ist - warfen ranghohen Militärkommandeuren vor, nicht aus früheren Fehlern gelernt zu haben. Es gab zudem Berichte, wonach die Soldaten in einem ungeschützten Gebäude und in der Nähe eines Munitionsdepots einquartiert worden waren, welches bei dem Angriff explodierte.
"Zehn Monate nach Kriegsbeginn ist es gefährlich und kriminell, den Feind als einen Dummkopf zu betrachten, der nichts sieht", hatte auch der Vize-Präsident des Moskauer Stadtrats, Andrej Medwedew, erklärt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte derweil, seit Jahresbeginn habe die ukrainische Armee schon mehr als 80 Drohnen abgeschossen. "In naher Zukunft könnte diese Zahl steigen", fügte er hinzu. Laut dem ukrainischem Generalstabschef Walery Saludschny hat seine Armee mittlerweile 40 Prozent der seit dem 24. Februar von Russland besetzten Gebiete befreit.
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