Die Strategie der russischen Regierung setzt hingegen darauf, die Ukraine in einen langfristigen Krieg zu verwickeln. Auf diese Weise hofft man, die westliche Unterstützung für die Ukraine zu demoralisieren. Bei der Aussicht auf eine jahrelange Dauer des Krieges könnten viele westliche Regierungen einknicken und so Wladimir Putin die Chance bieten, die bisher eroberten Gebiete in der Ukraine doch zu behalten. Deshalb vermittelt Putin dem Westen den Eindruck, dass ihm auch ein langer Krieg mit hohen Opferzahlen auf eigener Seite nichts ausmacht. Laut einem Bericht der Geheimdienste habe Russland für diese Operation Verluste von bis zu 300.000 Soldaten eingeplant. Nach Angaben der Ukraine sind bisher rund 100.000 russische Soldaten im Kampf gefallen. Obwohl die russische Invasion von Rückschlägen gezeichnet ist, will man von russischer Seite auch weiterhin an dem Sturz der Regierung in Kiew und der weiteren Eroberung von Gebieten in der Ukraine festhalten. Experten gehen davon aus, dass sich die Frontlinien während der Wintermonate nicht allzusehr verschieben werden. Im Frühjahr des kommenden Jahres wird es dann wohl erneut zu Eskalationen der Kampfhandlungen kommen. Dann wird sich vermutlich aber relativ schnell zeigen, wie sich der Krieg in der Ukraine weiterentwickelt. Bleibt zu hoffen, dass die ukrainische Armee ihren Vorteil auf dem Schlachtfeld bis dahin beibehalten kann.