Nach seinem Rücktritt aus dem Amt lebt der gebürtige Bayer Joseph Ratzinger in der Abgeschiedenheit eines Klosters des Vatikans. Bevor er zum Papst ernannt worden war, war Joseph Ratzinger langjähriger Präfekt der Glaubenskongregation und in dieser Funktion oberster Wächter über die katholische Lehre. In den letzten Monaten hieß es immer wieder, dass der ehemalige Papst körperlich schwach sei und selbst Schwierigkeiten beim Sprechen habe. Geistig sei Benedikt allerdings noch voll auf der Höhe und würde bei einigen Gelegenheiten auch noch Besucher empfangen. Betreut werden der ehemalige Papst von einigen Ordensschwestern und seinen langjährigen Wegbegleiter Georg Gänswein. “Der Gesundheitszustand von Joseph Ratzinger ist sehr ernst“, erklärt dessen langjähriger Weggefährte und Theologe Wolfgang Beinert. Dies sei allerdings auch nicht überraschend, bei einem Mann, der auf sein 100. Lebensjahr zugehe. Zuletzt habe er Benedikt XVI im April geschrieben, allerdings keine Antwort auf seinen Brief erhalten. Als Nachfolger des legendären Papstes Johannes Paul II. hatte es Benedikt XVI nicht einfach. In seinem fünften Jahr im Amt war die katholische Kirche in eine schwere Krise geraten, weil in diesem Zeitraum jahrelanger Missbrauch von Kindern und die Vertuschung der Kirche ans Licht gekommen waren.