Unmittelbar nach dem Beschluss durch die Europäische Union hatte die russische Regierung gegen den Preisdeckel protestiert. Selbst unter Experten herrscht Uneinigkeit, ob der beschlossene Preisdeckel auch wirklich funktioniert. Die Europäer erhoffen sich dadurch den Russen den Verkauf von Öl zum aktuellen Marktpreis unmöglich zu machen. Dabei setzt man vor allem auf die Marktstellung von westlichen Reedereigesellschaft und Versicherungsunternehmen. Der Preisdeckel soll alle 2 Monate an den Marktpreis angepasst werden und rund 5 Prozent unter dem Durchschnittspreis für russisches Rohöl liegen. Als Reaktion darauf soll Russland zurzeit massiv versuchen, alte Öltanker aufzukaufen, um auf diese Weise das eigene Öl auf eigene Faust verschiffen zu können. Außerdem will Russland nun damit beginnen seine Ölförderung um 5 – 7 Prozent zu drosseln. Dies würde einen Rückgang der Förderung um 500.000 – 700.000 Barrel am Tag bedeuten. Mit dieser Maßnahme will Russland vermutlich die Angst vor einer Ölknappheit schüren, um so die Preise am Weltmarkt nach oben zu treiben. Außerdem versuche man auf diese Weise zu verhindern, dass sich die Aufkäufer des russischen Öls an den Preisdeckel halten.