Allem Anschein nach könnte die ukrainische Armee also trotz des Wintereinbruchs eine weitere Gegenoffensive planen. Scheinbar ist geplant dann von Norden kommend weiter in den Süden der Ukraine vorzurücken und die besetzten Gegenden dort zu befreien. Wie viele Panzer die Ukraine in der Gegend von Huljapole aufbieten kann, ist allerdings unbekannt. Im Frühjahr sollen dort lediglich Einheiten in Brigadegröße stationiert gewesen sein. Um einen Vorschuss auf Melitopol zu wagen, bräuchte es aber vermutlich deutlich mehr als einige Brigaden. An der Befreiung der Regionen rund um Charkiw und Cherson sollen jeweils etwa ein halbes Dutzend schwerer Brigaden beteiligt gewesen sein. In den letzten Tagen hatte die ukrainische Armee mittels der modernen Himars-Raketenwerfer bereits erste Angriffe auf Melitopol durchgeführt. Ein ukrainischer Sieg und die damit bedeutende Rückeroberung der Stadt hätten strategisch ein großes Gewicht, weil Russland einen Großteil seiner Nachschublieferungen über Melitopol abwickelt. Sollte die ukrainische Armee dort einen Sieg einfahren, könnte die gesamte Front der Russen im Süden der Ukraine zusammenbrechen.