Der steigende Finanzbedarf erklärt sich durch den inflationsbedingten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Kosten für die Beschaffung von Rüstungsgütern und anderer militärischer Ausrüstung in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. Auch die Personalkosten bei der Bundeswehr sollen in den kommenden Jahren jährlich um etwa 5% ansteigen. Nach der Berechnung der Experten klafft trotz des Sondervermögens im Jahr 2023 eine Lücke von 18,9 Milliarden Euro, um das 2-Prozent-Ziel zu realisieren. Im Jahr 2027 wird d der Fehlbetrag dann auf 39 Milliarden Euro anwachsen. Nicht ganz so pessimistisch zeigt sich Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Dieser erklärte in Berlin, dass die aktuellen Zahlen auf massiv konservativen Schätzungen beruhen. In den vergangenen Jahren sei stets mehr Geld für die Bundeswehr ausgegeben worden, als im Finanzplan der Bundesregierung vorgesehen. Hebestreit versprach, das Bundeskanzler Olaf Scholz alles dafür tun werde, den geforderten 2 Prozent so nahe wie möglich zu kommen. Dass das Ziel für 2023 vermutlich verfehlt werde, hängt laut Hebestreit vor allem mit dem erforderlichen zeitlichen Vorlauf bei den Beschaffungen zusammen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rüstungsfirmen wegen dem Konflikt in der Ukraine zur Zeit massiv ausgelastet sind.