Nun wird es darauf ankommen, wie stark der Atommeiler bei den bisherigen Kämpfen beschädigt wurde. Die russische Armee hält das Kraftwerk seit Monaten besetzt und hat auf dem Gelände schwere Waffen stationiert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet damit, dass die Russen den internationalen Experten einen Rundgang durch die Anlage erlauben werden, doch dass der Besuch zu keinen konkreten Ergebnissen führen wird. Am Donnerstagmorgen hätte einen Zwischenfall fast eine radioaktive Katastrophe ausgelöst, als russische Granaten in der Nähe von Reaktorblock Nummer 5 eingeschlagen hatten und danach das Notfallsystem aktivierten. Im Anschluss an den Vorfall musste der Reaktor abgeschaltet werden. Nach Angaben von Betreiber "Energoatom“ sei dabei die Notstromversorgung des Kraftwerks beschädigt worden. Mittlerweile werden weltweit Stimmen laut, dass die Kampfhandlungen rund um das Kernkraftwerk sofort eingestellt werden müssen. Offenbar besteht Einigkeit, dass der Zwischenfall in der Nacht zum Donnerstag vom Kreml provoziert wurde. Zudem sei der Konvoi der internationalen Beobachter auf dem Weg zum AKW vom russischem Militär beschossen worden. Wie es scheint, könnte es jederzeit zu einer nuklearen Katastrophe kommen.