Angeblich soll Nigeria, eines der Länder in denen Flüssiggas produziert wird, bereits darüber nachdenken die Pläne zur Belieferung von in der EU ansässigen Firmen zu kündigen. Dabei soll als Argument vorgeschoben werden, dass man die vereinbarte Erhöhung des Liefervolumens nicht erreichen könne, ohne die eigene Binnenversorgung zu gefährden. Und offenbar gibt es ähnliche Bedenken auch in Trinidad & Tobago, Australien und Katar. Schon länger ist Nigeria ein strategischer Partner Russlands und auch der Volksrepublik China. Außerdem will Russland in dem afrikanischen Land stärker in den Energiesektor investieren. Bereits in den vergangenen Jahren waren deshalb Kooperationen bei der Förderung von Öl und Gas verstärkt worden. Und auch in anderen Ländern interveniert Russland. Denn auch bei den Lieferungen aus Katar gibt es ein Problem. So soll es einige Gasfelder geben, die sich Katar mit dem Iran teilt. In diesem Fall versuchen die Russen nun die Mullahs auf ihre Seite zu ziehen, damit Katars Geschäfte mit dem Westen torpediert werden.
Außerdem versucht Russland vor allem beim "Forum der Gas exportierenden Länder (GECF)“ Druck zu machen. Dort sind unter anderem Algerien, Katar, Nigeria, Ägypten, Iran und Trinidad & Tobago Mitglieder. Zuletzt hatte Sergej Lawrow, der russische Außenminister, zahlreiche Länder in Afrika bereist und den Schulterschluss mit den afrikanischen Staaten gesucht. Dabei verbreitete Lawrow mal wieder reichlich Propaganda und warf dem Westen vor, die aktuelle Lebensmittelkrise in der Region ausgelöst zu haben. Allem Anschein nach versucht Russland mit seiner Afrika-Offensive seine politische und strategische Macht auszubauen. Und dabei sehen offenbar viele afrikanische Staatschefs in Putin immer noch einen furchtlosen Führer, der sich dem Westen entgegenstellt. Aus diesem Grund könnten Verhandlungen der westlichen Staaten mit afrikanischen Ländern in Zukunft deutlich komplizierter werden. Sollte Russland mit dieser Taktik wirklich erfolgreich sein, dann könnten sich die aktuellen Probleme für viele der europäischen Länder weiter verschärfen.