Das am Donnerstag von Putin unterzeichnete Dekret sieht vor, für das Jahr 2023 insgesamt 137.000 neue Soldaten zu verpflichten. Mit dieser personellen Neuverpflichtung will man im Kreml auf die hohen Verluste an der Front in der Ukraine reagieren. Bei einem Großteil der neuen Soldaten soll es sich dann allerdings um Rekruten handeln. Aber diese Soldaten werden nicht direkt einsatzbereit sein. Die meisten von ihnen werden zunächst eine monatelange Ausbildung durchlaufen müssen, damit sie nicht vollkommen ahnungslos an die Front kommen. Internationale Militärexperten sind von dieser Entwicklung wenig überrascht. Denn schließlich sind die Verluste innerhalb der russischen Armee höher als im Vorfeld der Invasion kalkuliert. Bereits seit Monaten nennt der Kreml keine aktualisierten Zahlen über getötete und verwundete Soldaten. Zuletzt war geschätzt worden, dass die russische Armee seit dem Beginn der Invasion zwischen 70.000 und 80.000 Soldaten durch Tod oder Verwundung verloren hat.