So hat unter anderem das amerikanische Unternehmen "Whirlpool“ mittlerweile alle seine Beteiligungen in Russland an eine türkische Firma verkauft. Aus diesem Grund erwarten die russische Mitarbeiterin Swetlana jetzt erst einmal Gehalts- und Personalkürzungen. Die Belegschaft des Unternehmens ist vorerst in einen unbezahlten Urlaub geschickt worden. Ihre Geschichte wiederholt sich überall in Russland. "Ich bin seit mehr als 20 Jahren bei einem großen deutschen Konzern angestellt, der aber jetzt den russischen Markt verlässt. Es ist unklar, was ich machen soll“, trauert Julia aus Sankt-Petersburg. Auch Jekaterina, die in derFiliale einer ausländischen Stiftung gearbeitet hatte, ist seit kurzem arbeitslos. Denn zum 1. April war die Finanzierung der russischen Programme eingestellt worden. "Unser ganzes Team, unsere Patienten, unsere Partner sind von dieser Situation betroffen. Eine neue Arbeitsstelle habe ich bisher noch nicht gefunden“, erklärt die 36-jährige.
Um den Rückhalt der eigenen Bevölkerung nicht zu verlieren, versucht Putin mit seinen Maßnahmen die Menschen bei Laune zu halten. Zunächst beschränkten sich die Maßnahmen aber auch darauf, den Ernst der Lage weitgehend zu verheimlichen. Staatliche Stellen vermelden mit 3,8 Prozent Arbeitslosen die niedrigste Zahl seit 1991! Die statistische Behörde Rosstat informiert, dass es in ganz Russland lediglich 3 Millionen Arbeitslose gibt. Allerdings sieht die Realität dann doch ein wenig anders aus. Und längst sind nicht nur Arbeitnehmer von dem Problem getroffen. Auch Selbständige bekommen die angespannte Lage zu spüren. So informiert die Besitzerin eines Spas in Moskau, dass viele ihrer betuchten Kunden das Land verlassen haben. Auch sonst sparen die Leute, was sich negativ auf den Umsatz ihres Geschäfts auswirkt. Trotzdem gibt es auch paradoxe Situationen. In leitenden Positionen suchen russischen Unternehmen geradezu fieberhaft nach neuen Angestellten. Denn viele der leitenden Mitarbeiter haben gekündigt und sind in andere Länder gegangen, um dort zu arbeiten. Glücklich schätzen können sich zur Zeit lediglich die staatlichen Angestellten und Beamten. Denn dort werden weder Stellen gestrichen noch Arbeitszeiten verkürzt. In diesen Bereichen will Putin den Schein nämlich unbedingt weiter wahren.