Nun bestätigt Philipp Grassl, der Anwalt des Buchhalters, dass die Gruppe den Umsturz der deutschen Regierung geplant habe. Demnach wollten sie nach Lauterbachs Entführung eine "konstituierende Sitzung zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reichs" durchführen. Dazu sollten Hunderte Personen aus der Telegram-Kontaktliste der Täter versammelt werden. Anschließend sollte dann das deutsche Grundgesetz gegen die Reichsverfassung von 1871 ausgetauscht werden, die man ein wenig modifizieren wollte. Dann hätte die Wahl einer neuen Regierung durchgeführt werden sollen. Zuvor sollte ein Doppelgänger des aktuellen Bundeskanzlers Olaf Scholz diese Wahlen als rechtmäßig erklären. Nach den Wählen wollten die Männer dann einen Stromausfall verursachen, der ganz Deutschland von der Berichterstattung der Medien abschneiden sollte. Damit wollten die Männer eine neue Regierung legitimieren.
Von Seiten der Gruppe habe man damit gerechnet auf die Unterstützung von Leuten aus der Bundeswehr und der Polizei zählen zu können. Man hatte sogar geplant sich die Zustimmung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sichern, der dann die "neue deutsche Reichsregierung" unterstützen sollte. Als Grund für ihre Pläne zum Umsturz soll die große Unzufriedenheit mit der Politik der Bundesregierung geführt haben. Doch vor allem die Corona-Politik mit den vielen Einschränkungen und Vorschriften seien den Männern ein Dorn im Auge gewesen. Die Planungen waren vorwiegend über Telegram-Gruppen getroffen worden. Die Gruppen dort nannten sich "Vereinte Patrioten" oder "Tag X Deutschland" und wurden von den Behörden zur Corona-Protestszene zugeordnet.