Sollte Putin im Lauf seiner Amtszeit sterben, würde Putins aktueller Ministerpräsident Michail Mischustin seine Amtsgeschäfte übernehmen. Allerdings würde es dann innerhalb von 3 Monaten zu Neuwahlen kommen. Deshalb gikt der 56-Jährige maximal als Übergangskandidat. Seine Stärken liegen eher in der Verwaltung, doch um das Land zu leiten, fehlt ihm der Rückhalt im Kreml. Eine weitere Option wäre Dmitri Medwedew, der bereits in der Zeit von 2008 bis 2012 von Putin als Präsident eingesetzt worden war. Doch auch er wird eher als chancenlos angesehen, obwohl er sich in den letzten Wochen in einen der Propaganda-Lautsprecher der russischen Regierung verwandelt hat. Laut Experten fehlt Medwedew aber vor allesm das Charisma. Verteidigungsminister Shoigu und Außenminister Lawrow bringen sich ebenfalls ins Spiel, doch auch die beiden wären keine Favoriten auf den Job.
Deshalb gelten zur Zeit auch zwei Hardliner als mögliche Nachfolger von Putin. Und zwar der Sekretär des Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, und Alexei Djumin, aktueller Gouverneur der Oblast Tula. Gegen Patruschew spricht sein vergleichweise hohes Alter. Er gilt unter Fachleuten als einer der eifrigsten Befürworter des Ukraine-Krieges. Und er macht unmißverständlich deutlich, dass er plant, die russische Vormachtstellung zu Zeiten der Sowjetunion wiederzubeleben. Deshalb gilt als wahrscheinlichste Lösung, dass im Schatten von Patruschew Alexei Djumin zum künftigen Präsident Russlands aufgebaut werden könnte. Und Djumin hatte eine führende militärische Rolle bei der Annexion der Krim im Jahr 2014 gespielt und dafür die höchste militärische Auszeichnung als "Held Russlands“ erhalten. Wie man sieht, scheint auch ohne Putin in Augenblick keine große Aussicht auf Frieden zu bestehen. Denn Kandidaten außerhalb von Putins Machtzirkel hätten keine Chance den Präsidentenposten zu besetzen,