Bereits seit 2014 als Russland die Annexion der Krim vorgenommen hatte, ist das Verhältnis der NATO und der russischen Marine angespannt und hat sich durch die Invasion in der Ukraine weiter verschärft. Aktuell belauern sich die Parteien deshalb auch bei einem Katz- und Mausspiel auf der Ostsee. Dazu gehören Provokationen des Gegener, um dessen mögliche Reaktionszeit zu überprüfen. "Beiden Seiten haben zwar einen Gang hochgeschaltet, vor allem was die Präsenz angeht, das alles läuft aber weiterhin nach Spielregeln ab, an die sich auch beide Seiten halten", informiert Peters. Zur Zeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Situation hier eskalieren könnte.
Aktuell werden bereits ein Großteil der Bewegungen der NATO-Schiffe vom Rostocker Marinekommando aus geplant und gesteuert. Und künftig soll sich dies sogar noch steigern. Denn dort wird 2019 auf einem Gelände ein militärischer Führungs- beziehungsweise Einsatzstab entstehen. Dieser soll zukünftig dann für maritime Manöver und Operationen zuständig sein. In Krisenzeiten soll der Stab dann von der NATO oder der EU als maritimes Hauptquartier genutzt werden, um die multinationalen Flottenverbände von dort zu befehligen. Spätestens 2025 sollen die dortigen Anlagen zertifiziert werden und danach einsatzfähig sein. Doch wegen der aktuellen Lage arbeite man auf eine frühere Einsatzbereitschft hin. Zudem hat der deutsche Vizeadmiral Jan Christian Kaack angekündigt, dass die Deutsche Marine schon bald die Führungsrolle der Ostsee übernehmen möchte.