Dafür läuft es für die Russen nun scheinbar in derDonbass-Region besser. Dort hat man am Freitag mit einem heftigen und frontalen Angriff auf die Großstadt Sjewjerodonezk begonnen. In den Tagen zuvor war es Putins Truppen gelungen, diese Stadt weitgehend einzukesseln. Laut Ramsan Kadyrow, dem Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien soll Sjewjerodonezk seit Samstagabend komplett in der Hand russischer Truppen sein. Andere Quellen berichten dagegen von weiterhin heftigen Kämpfen. Wegen der Erfolge im Donbass hatte die ukrainische Regierung zuletzt erneut um die Lieferung schwerer Waffen gebeten.
Experten bezeichnen die Kämpfe um Sjewjerodonezk als das verlustreichste Scharmützel seit den Kämpfen um Mariupol. Sollten die russischen Truppen dieses Stadt einnehmen, sei es eine "bedeutsame taktische Niederlage“ für die Ukraine. Damit könnte Russland seine Vorherrschaft in der Donbass-Region weiter ausbauen. Deshalb soll die USA offenbar auch mit dem Gedanken spielen die seit langem von der Ukraine geforderten MLRS-Mehrfachraketenwerfer und ihre leichtere Version Himars (High Mobility Artillery Rocket System) an die Verteidiger zu liefern. Eine Entscheidung darüber soll in den nächsten Tagen fallen. Präsident Selenskyj erwartet offenbar, dass die USA den Forderungen nun nachkommen werden. Allerdings bedeutet dies wohl neue Probleme mit Russland. Denn von dort erfolgte eine Warnung an die USA mit der Lieferung eine rote Linie zu überschreiten. Theoretisch könnten mit diesen Waffen nämlich auch Ziele in Russland von ukrainischen Gebiet aus angegriffen werden. Man darf also gespannt sein, welche Entscheidung die USA treffen wird.