Offenbar hat auch die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, dass Großbritannien gemeinsam mit der Regierung der Ukraine Wege zum Export von Getreide aus der Ukraine sucht. "Wir schauen uns alle möglichen Optionen an", hatte der britische Verkehrsminister Gran Shapps angekündigt. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Getreide und andere Güter außer Landes zu schaffen", verdeutlicht der Politiker. Eine Lösung dieses Problems sei notwendig, um Hungersnöte in verschiedenen Ländern zu vermeiden. Die Ukraine gehört zu den größten Produzenten von Weizen weltweit. Millionen von Tonnen lagern in den Silos des Landes, doch sie können zur Zeit nicht versendet werden. Zudem plündern russische Truppen die Silos und sollen nun sogar versuchen den Hafen von Mariupol zu reparieren, um die Kriegsbeute von dort zu verschiffen. Offenbar sieht der britische Plan vor, dass die alliierten Seestreitkräfte die Gewässer um den Hafen von Odessa entminen und die Schiffe mit den Weizenlieferungen eskortieren. Auch Langstreckenraketen sollten eingesetzt werden, um Russland von einem Angriff abzuhalten.
Jetzt hat der Leiter des Welternährungsprogramms der UN, David Beasley, das Verhalten Russlands kritisiert. Laut Beasley sei dies eine "Kriegserklärung an die weltweite Ernährungssicherheit". Damit würde Kremlchef Wladimir Putin nun wegen der Blockade der Getreideexporte Millionen Menschen "in den Hunger zu treiben". Es dürfte jedoch davon ausgegangen werden, dass Putin eine solche Erklärung kaum interessieren dürfe. Angeblich verlange Russland nämlich im Gegenzug die Aufhebung aller wirtschaftlichen Sanktionen, um dann im Gegenzug die Lieferung von Weizen aus der Ukraine zu ermöglichen.