Formalitäten im Knast ausgesetzt. Unter anderem wurde er abgetastet und musste Dokumente ausfüllen. Außerdem durft er mit einem Familienmitglied telefonieren. "Wenn ein Gefangener zum ersten Mal in Wandsworth ankommt, kann er ein Familienmitglied telefonisch kontaktieren. Dies kann je nach Ankunftszeit ziemlich spät am Abend sein“, berichte man von Seiten der Gefängnisleitung. Zudem soll Becker noch am Abend die Möglichkeit gehabt haben, mit einem Psychologen zu sprechen, der ihn zu seinen
"unmittelbaren Gesundheitsbedürfnissen und seinem allgemeinen Wohlbefinden befragt“ hat. Am Wochenende sind in dem Gefängnis keine Besuche erlaubt, so dass Becker die ersten Tage auf jeden Fall alleine verbringen wird. In dem Briten-Knast sitzen zur Zeit 1.600 Gefangene ihre Strafen ab.
Der Knast von Wandsworth ist das zweitgrößtes Gefängnis in ganz Großbritannien und ist für hart durchgreifende Wärter bekannt. Es gibt sogar einen eigenen Trakt für Sexualstraftäter. Dort war unter anderem auch Wikieaks-Gründer Julian Assange eine Zeit inhaftiert. In dem Knast haben auch schon andere Prominente gesessen. Unter anderem gehörten Schriftsteller Oscar Wilde, Rocklegend Pete Doherty, Briten-Journalist und Ex-Energieminister Chris Huhne und der 70er-Musik-Star Gary Glitter sowie der britische Journalist Chris Atkins zu den Insassen der Haftanstalt. Atkins schrieb während seines Aufenthalts ein Buch, über die miserablen Haftbedingungen. Zwei Personen teilen sich eine Zelle von 6,5 Quadratmetern. Angeblich sollen viele Gefangene Drogen konsumieren. Die Anzahl der Drogenabhängigen schätzte Atkins auf etwa die Hälfte aller Insassen. "Sie sehen aus wie Statisten in einem Zombiefilm. Mit weit aufgerissenen Augen, schuppiger Haut und zuckenden Bewegungen“, schreibt Atkins in seinem Buch. Offenbar wird es nun für Boris Becker sicher keine einfache Zeit werden.