Die Reaktionen aus der Ukraine haben nicht lange auf sich warten gelassen. Dort zeigte man sich weitgehend enttäuscht. Man habe die Ankündigungen aus Berlin "mit großer Enttäuschung und Bitterkeit" zur Kenntnis genommen, hatte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk im ZDF erklärt. Dort hatte Melnyk der Aussage von Olaf Scholz widersprochen. Er spricht nämlich von einer "bereinigten Liste der Bundesregierung" auf der sich nach seiner Aussage "gar keine schweren Waffen befinden". Melnyk gibt also mehr oder weniger zu verstehen, dass die Bundesrepublik Deutschland Waffen liefern will, die die ukrainischen Armee gar nicht braucht. Also müsse die Liste von der Originalforderung der Ukraine abgeändert worden sein. Unter anderem soll die Ukraine "Leopard"-Panzern, "Puma"- und "Marder"-Schützenpanzern und auch gepanzerten Truppentransporter gefordert haben. Zudem benötige man Mehrfachraketenwerfer, Anti-Schiff-Raketen und Panzer-Abwehr-Raketen von Typ "Milan" und "Spike".
Wie jetzt bekannt wird soll das Verteidigungsministerium auf Bitten des Kanzleramts alle schweren Waffen von der Liste der lieferbaren Waffen durch die Industrie gestrichen haben. Denn bis Mitte März sollen auch die schweren Waffen, die die Ukraine gefordert hatte, auf der Angebotsliste der deutschen Rüstungsindustrie gestanden haben. Dann allerdings habe Olaf Scholz nach Angaben der "Bild"-Zeitung damit begonnen, die Liste von 48 auf 24 Seiten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang sollen sämtliche schwere Waffen verschwunden sein, die die deutsche Industrie zu liefern bereit gewesen sein soll. Von insgesamt 15 Waffenwünschen der Ukraine sollen so lediglich drei übriggeblieben sein. Gut das andere Länder deutlich schneller reagieren als Deutschland. Vor allem die USA und auch die Niederland hatten schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine zugesagt. Doch in Deutschland scheint sich die Lieferung schwerer Waffen immer mehr zur Hängepartie zu entwickeln.