Flechettes. Dies sind scharfe, nagelähnliche Geschosse, wie sie von den Militärs bereits im Ersten Weltkrieg eingesetzt. worden waren. Wie Militärexperten bestätigen, seien diese Waffen in der modernen Kriegsführung heute eher unüblich. Ihr letzter Einsatz datiert aus dem Vietnamkrieg. Trotz ihrer geringen Größe von etwa drei Zentimetern Länge, könne diese Waffen hochgradig tödlich sein. Besonders dann, wenn man diese mit einer sehr hohen Geschwindigkeit abfeuert. Unter anderem beweist ein Foto des Militärreporter Alex Horton den Einsatz dieser kleinen Geschosse. "Artilleriegeschosse, die Tausende kleiner pfeilförmiger Projektile versprühen, wurden außerhalb Israels und des Vietnamkriegs selten eingesetzt. Wir fanden sie in Butscha, aufgesammelt aus dem Vorgarten einer Frau", schreibt der Reporter der "Washington Post"-unter sein Foto, das er bei Twitter veröffentlicht hat.
Eine Nutzung von Flechettes sei aktuell nicht von internationalen Konventionen verboten. Allerdings haben zahlreiche Menschenrechtsgruppen den Einsatz dieser Waffen wegen deren "willkürlichen und unpräzisen Natur" verurteilt. "Sie sollten niemals in bebauten zivilen Gebieten eingesetzt werden", urteilt zum Beispiel Amnesty International. Doch Kreml-Despot Wladimir Putin dürfte solche Kritik eher kalt lassen. Kein Wunder, denn schließlich hat man in Butscha auch nicht vor schrecklichen Kriegsverbrechen zurückgeschreckt. Offenbar war Butscha zuvor mit Geschossen beschossen worden, die die Mini-Pfeile enthalten hatten. "Wenn man sich den Boden um mein Haus genau ansieht, findet man noch viel mehr von ihnen", erklärte Bewohnerin Svitlana Chmut (54) gegenüber der "Washington Post". Nach Angaben von Experten verursachen Flechettes häufig schwerwiegenden Verletzungen. Beim Einschlag in den menschlichen Körper verformen sie sich oder können sich auch querstellen. Zudem durchschlagen die Geschosse sogar Schutzwesten und Helme. Wie man sieht scheint Putin diesen Krieg mit allen Mitteln für sich entscheiden zu wollen.