Nach russischem Verständnis gab es keinen Zweiten Weltkrieg, sondern lediglich den großen vaterländischen Krieg. Dieser hatte mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begonnen. Zuvor hatten die Nazi und die Russen sogar zusammengearbeitet und ihre
"Interessenssphären“ im Osten beim sogenannten Hitler-Stalin-Pakt abgesteckt. Doch dies wird heute vollkommen unter den Tisch gekehrt. Russische Kinder lernen bis heute in der Schule, dass die Sowjets Deutschland von den Nazis befreit haben. Dass daran auch die USA, Frankreich und Großbritannien ihren Anteil hatten, wird von russischer Seite auch heute noch gerne verschwiegen. Zwar dürfte Putin in den folgenden 4 Wochen nicht die ganze Ukraine besiegen können, doch es ist damit zu rechnen, dass Putin die Gebietsgewinne im Donbass und eine Eroberung von Mariupol als Erfolge verkaufen wird. So kann Putin den Vernichtungskrieg in der Heimat als erfolgreiche Befreiung feiern.
In den nächsten Tagen wird es wohl bereits eine finale Schlacht, um die komplett zerstörte Hafenstadt Mariupol geben. Seit einigen Tagen behaupten die russischen TV-Sender bereits, dass das Zentrum von Mariupol von russischen Truppen eingenommen sei. Seit Mittwoch läuft eine riesige russische Offensive in der Ost-Ukraine. Hier werden die russische Truppen versuchen die Städt Donezk, Luhansk und Charkiw auf breiter Front anzugreifen und unter ihre Kontrolle zu bekommen. Dazu soll angeblich ein riesiger Kessel errichten werden, in dem dann 30.000 ukrainische Soldaten zur Kapitulation gezwungen werden sollen. In den nächsten Stunden wird deshalb ein schwerer russischer Großangriff auf Charkiw, die mit 1,4 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt der Ukraine erwartet.