Petro Poroschenko soll Putin nämlich großspurig geprotzt haben. So habe der Kreml-Chef behauptet, er können so viel Soldaten mobilisieren, dass er sechs europäische Hauptstädte in weniger als 48 Stunden einnehmen könne. Die Aussage Putins soll sich damals auf die Hauptstädte der Ukraine, Rumänien, Polen und den baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland bezogen haben. Allerdings stammt diese Aussage von Putin bereits aus dem Jahr 2014, wie Poroschenko gegenüber der "Süddeutsche Zeitung" bestätigt.
Wie Poroschenko berichtet, will er sich sogar an die genauen Worte Putins erinnern, die dieser damals benutzt habe. Angeblich hatte Putin damals gesagt: "Wenn ich wollte, könnte ich innerhalb von zwei Tagen russische Truppen nicht nur in Kiew, sondern auch in Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau und Bukarest haben." Wenn man allerdings die großen Schwierigkeiten der russischen Armee aktuell in der Ukraine sieht, erscheint eine solche Aussage offenbar maßlos übertrieben. Kurze Zeit später hatte Petro Poroschenko dann im US-Kongress erklärt: "Wenn wir sie jetzt nicht aufhalten, werden sie die europäischen Grenzen überschreiten und sich über die ganze Welt verbreiten." Damals wurde Poroschenkos Aussage von den Russen bestritten. Doch nun zeigt sich, dass Putins Aussagen zumindestens in Bezug auf die Ukraine keine leeren Worte waren.