Unmittelbar nach dem Beginn der Invasion hatten russische Truppen das Gebiet rund um das Kernkraftwerk Tschernobyl besetzt. Unmittelbar danach hatten die
AKW-Mitarbeiter dieses Vorgehen der russischen Truppen als eine "Selbstmord-Mission" bezeichnet. Angeblich hätten weder Fahrzeuge noch die Ausrüstung der Soldaten über Mechanismen zum Strahlenschutz verfügt. Wie einer der AKW-Mitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt hatte, war durch den russischen Konvoy eine Wolke radioaktiven Staubes in dem Gebiet aufgewirbelt worden. Dies sei bei der Fahrt durch den sogenannten "Roten Wald" geschehen. Dieses Gebiet liegt wenige Kilometer westlich des Kraftwerks und liegt innerhalb der Sperrzone. Den Name "Roter Wald" hat das Gebiet wegen der rotbraunen Farbe der Kiefern in der Gegend bekommen, die nach der Aufnahme der Strahlung bei dem Tschernobyl-Unfall abgestorben sind.
Offenbar hatten viele der russischen Soldaten keinen blassen Schimmer, wo sie eigentlich eingesetzt worden sind. So berichtet ein Mitarbeiter der Klinik, wo die verstrahlten Soldaten nun behandelt werden: "Sie hatten keine Ahnung, in was für einer Einrichtung sie sich befanden", bestätigt ein Pfleger gegenüber dem Nachrichtenportal "Metro". Zuletzt hatte die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Vereshchuk den UN-Sicherheitsrat dazu aufgefordert, die Sperrzone von Tschernobyl zu entmilitarisieren. Dort solle bis auf weiteres eine spezielle UN-Mission eingesetzt werden, damit das Risiko einer Wiederholung der nuklearen Katastrophe ausgeschlossen werden könne.