Schon zu Schulzeiten wollte Tiedtke unbedingt Schauspielerin werden, auch wenn diese Karriere in der DDR mit großen Hindernissen verbunden war. Schließlich studierte sie Schauspielkunst in Leipzig.
"In jenen Jahren kamen Leute aus Berlin, um uns anzuschauen. Aber sie sagten uns, dass es in der ganzen DDR keine Stellen am Theater für uns gibt", erinnerte sich Tiedtke einst. Schließlich ergatterte Tiedtke einen Drei-Jahres-Vertrag am Theater in Cottbus. Danach verbrachte sie ein weiteres Jahr am Theater in Frankfurt an der Oder. Mangels eines beruflichen Angebots wurde sie dann Kabarettistin und trat fortan bei der Leipziger Pfeffermühle auf. Sehr zum Unmut der DDR-Funktionäre, die mit dem kritischen Programm ihre Probleme hatten. Am 15. Dezember 1956 war es dort sogar zu einem staatlich inszenierter Tumult gekommen. Anschließend galt Tiedtke dann als problematisch und ihr wurde der Zugang zu zahlreichen Rollen verwehrt. Erst 1983 ging es dann mit ihrer Karriere wieder bergauf, als sie schließlich die Rolle im Kinderfernsehen bekommen hatte. In den folgenden Jahren blieb Ellen Tiedtke dieser Sendung bis zu ihrem Ende treu. Sie wurde 1991 nach dem Mauerfall eingestellt. Im Anschluss hatte sich Tiedtke dann weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. "Wenn die Ellentie nicht gewesen wäre, würde ich heute ein bisschen verbittert dasitzen", äußerte sich die verwitwete Künstlerin zu ihrem 90. Geburtstag im Frühjahr 2020.