Der scheidende Bundesaußenminister Heiko Maas hat dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko wegen dieser Vorfälle ein "perfides und menschenverachtendes Verhalten" unterstellt und angekündigt, dass man von Seiten der Europäische Union entschieden dagegen vorgehen werde. Angeblich soll Belarus gezielt Migranten aus Syrien und dem Irak einfliegen, damit diese dann versuchen die Grenze nach Polen zu überqueren. Diktator
Lukaschenko hatte der EU im belarussischen Fernsehen eine hybride Kriegsführung vorgeworfen. "Und ihr Bastarde, Wahnsinnige, wollt, dass ich euch vor Migranten schütze?", wütete er dort. Lukaschenko gab internationale Schleuserringe die Schuld an der Lage und bestätigt, dass Belarus wegen der EU-Sanktionen nicht in der Lage sei, diese Vorfälle zu stoppen. Heiko Maas hingegen warf Lukaschenko vor, an einer gefährlichen Eskalationsspirale zu drehen. Laut Maas sei die EU jedoch nicht erpressbar. Wegen der angespannten Lage erwägt der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki offenbar, die Grenze zum Nachbarland Belarus zu schließen. Angeblich rechne man in den nächsten Stunden mit den Versuchen die polnische Grenzen an mehreren Stellen zu stürmen. In Belarus sollen etwa 1.000 Migranten in einem Camp darauf warten, illegal nach Polen einreisen zu können. Insgesamt soll sich die Zahl der Flüchtlinge an der EU-Außengrenze auf etwa 12.000 Personen belaufen.