Zuletzt hatten sich deutsche Politiker immer wieder auf Daten aus Israel berufen, wo bereits ein Großteil der Bevölkerung eine Drittimpfung erhalten hat. 45 Prozent der Israelis sind dreifach geimpft. Dort hat man festgelegt, dass der Impfschutz 6 Monate nach der 2. Impfung wieder abläuft. Dort gilt aktuell nur als vollständig geimpfte, wer sich die 3. Impfung verpassen lässt. Aktuell hat die Ständige Impfkommision die Booster-Impfung allerdings nur für Menschen im Alter von über 70 Jahren empfohlen. Könnte es also sein, dass das Coronavirus uns weiter in Angst und Schrecken hält?
Experten sind sicher, dass auch zwei Dosen Impfstoff einen ausreichend starken Schutz bieten. Zwar sind Infektionen möglich, doch es gilt weiter eine Schutzwirkung vor schweren Verläufen und Todesfällen. Trotzdem steigen die Zahlen von Geimpften, die wegen ihrer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus müssen. Bislang bezeichnet der Chef der Allgemein- und Familienärzte, Prof. Martin Scherer (49), die Aussagen Brauns als "Meinungsäußerung“. Doch auch er sagt: "Sollten demnächst neue Stiko-Empfehlungen vorliegen, kann sich die Definition des vollständigen Immunschutzes ändern.“ Aktuell sei dies aber bisher nicht der Fall.
Gleichzeitig warnen die Experten vor Panik! Denn viele der Geimpften, die sich mit dem Virus infizieren sind nicht automatisch krank. Ein Großteil der Infektionen läuft fast symptomlos ab. In kalten Jahreszeiten wie Herbst und Winter verbreitet sich das Coronavirus generell besser. Ein Grund für die aktuell hohen Inzidenzen ist die hohe Anzahl von Test unter den Schülern. Allerdings erkranken Kinder und Jugendliche nur selten schwer. Auch bei den älteren Menschen ist ein Anstieg der Zahlen nachweisbar. Dies zeigt, dass der Impfschutz bröckelt und eine 3. Impfung notwendig ist. Auch geimpfte Menschen sind in der Lage das Virus weiterzugeben. Das Risiko auf eine schwere Erkrankung liegt in diesem Fall aber niedriger. Auch aus diesem Grund ist die Situation in den Krankenhäusern noch besser als gegen Ende des letzten Jahres. Der Hamburger Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit rät: "Wichtig ist, dass es kostenlose, niedrigschwellige und qualitativ hochwertige Tests für vulnerable Gruppen gibt.“