Für Stefan Thyroke, den Leiter der Branchen-Bundesfachgruppe bei der Gewerkschaft Verdi, sei die Zeit gekommen um zu handeln, wenn man das britische Szenario noch verhindern will. "Der Mangel an LKW-Fahrern ist eindeutig ein Trend, der nicht nur seit vielen Jahren zu beobachten ist, sondern schon heute auch auf die Zukunft projizierbar ist“, verdeutlicht der Fachmann bei Wir Online. Grund für den drohenden Fahrermangel sei vor allem die Tatsache, dass die Arbeitsbedingungen unattraktiv seien. Durchschnittlich verdienen
viele Berufskraftfahrer in Deutschland etwa zwischen 2.313 und 2.623 Euro im Monat. Zu dem geringen Gehalt kommen dann noch die lange Abwesenheit von Zuhause und der hohe Zeitdruck in der Branche. Ein weiteres Problem ist der Konkurrenzkampf der deutschen Unternehmen mit billigeren Anbietern aus Osteuropa. "Die Harmonisierung von Arbeits- und Sozialvorschriften bleibt eine europäische Aufgabe“, erklärt Frank Huster, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV). Eine Abschottung der deutschen Unternehmen könnte allerdings drastische Konsequenzen haben. "Dann nämlich drohen hier wirklich britische Verhältnisse“, ist sich Huster sich. Bisher sei die Grundversorgung in Deutschland nicht gefährdet, wie Huster bestätigt, der die aktuell zum Teil leeren Regale mit den "maritimen Lieferketten“ erklärt. Sollte der aktuellen Situation allerdings nicht gegengesteuert werden, dann könnten auch in Deutschlans Zustände wie jetzt in Großbritannien möglich werden. ,