"Leider ist meine Frau zu einem der jüngsten Opfer einer britischen Boulevardpresse geworden", kritisiert er die "rücksichtslose Kampagne, die im vergangenen Jahr eskaliert" sei. Obwohl sie beide es sich nicht hätten anmerken lassen, sei es "schmerzhaft" gewesen. "Denn im heutigen digitalen Zeitalter werden Presse-Fabrikationen weltweit als Wahrheit wiederverwendet." Bisher hätten sie keine Möglichkeit gehabt, "die ständigen Falschdarstellungen" zu korrigieren, schreibt Harry weiter. Das hätten sich die genannten Medien "täglich und manchmal stündlich zunutze gemacht". Aus diesem Grund habe das Paar nun rechtliche Schritte eingeleitet.
Selbstkritische WortePrinz Harry übt in seinem Statement aber auch Selbstkritik. "Ich war zu lange ein stiller Zeuge ihres [Meghan] privaten Leidens. Sich zurückzuhalten und nichts zu tun, stünde im Widerspruch zu allem, woran wir glauben", schreibt er. Das Einzige, was zu tun sei, sei, sich diesem Verhalten zu widersetzen, denn es zerstöre Menschen und Leben. "Einfach ausgedrückt, es ist Mobbing, das die Menschen verängstigt und zum Schweigen bringt. Wir alle wissen, dass dies auf keiner Ebene akzeptabel ist. Wir werden und können nicht an eine Welt glauben, in der es keine Rechenschaftspflicht dafür gibt."
Obwohl diese Aktion vielleicht nicht ungefährlich sei, sei sie doch die richtige, findet Harry. Denn seine tiefste Angst sei es, dass sich die Geschichte wiederhole. "Ich habe gesehen, was passiert, wenn jemand, den ich liebe, so weit verdinglicht wird, dass er nicht mehr als echte Person behandelt oder gesehen wird. Ich verlor meine Mutter und nun sehe ich, wie meine Frau Opfer der gleichen mächtigen Kräfte wird", schreibt der Sohn von Prinzessin Diana (1961-1997), die im August 1997 nach einem Autounfall in einem Pariser Tunnel starb, nachdem sie von Fotografen verfolgt worden war.