Denn offenbar sind im Verlauf der aktuellen Covid-19-Welle die Zahlen von schwangeren Patientinnen in den Krankenhäusern deutlich nach oben gegangen. "In der aktuellen vierten Welle haben wir immer wieder Schwangere oder Patientinnen nach frühzeitiger Entbindung aufgrund einer Covid-Infektion auf der Intensivstation", informiert Petra Ming, die Sprecherin des Inselspitals. Meist würden zur Zeit zwischen einer und drei schwangeren Frauen auf der Station liegen: "Diese Zahl ist stabil, da diese Patientinnen üblicherweise mehrere Wochen bleiben müssen", gibt Ming weiter an. Auch im Unispital Zürich steigt die Anzahl schwangere Covid-19-Patientinnen: "In der vierten Welle haben wir tendenziell vermehrt schwere Fälle von Covid-positiven Schwangeren erlebt. Auf der Intensivstation haben wir bisher zwischen 15 und 20 Schwangere betreut", verdeutlicht Romana Brun, die Oberärztin in der Klinik für Geburtshilfe der Klinik. So habe eine der schwangere Frauen auf der Intensivstation an die Herz-Lungenmaschine angeschlossen werden müssen. Ein solcher Prozeß könne sowohl für die Mutter als auch das Kind gravierende Folgen haben. Oft müssen die Ärzte die Entbindung dann vor dem eigentlichen Geburtstermin einleiten, um die Beatmungssituation der Mutter zu verbessern.
Schweizer Ärzte haben zudem festgestellt, dass es bei mit Covid-19 erkrankten Schwangeren rund 3 Mal häufiger zu Frühgeburten kommt, als bei gesunden Müttern. Seit etwas mehr als 14 Tagen hatte das Schweizer Bundesamts für Gesundheit eine Impfempfehlung auch für schwangere Frauen gemacht. Nach Ansicht vieler Frauen erfolgte diese Entscheidung allerdings deutlich zu spät. Trotzdem verteidigt Andrea Weber vom, SHV diese Entscheidung: "Es ist wichtig, dass Entscheide fundiert und evidenzbasiert geschehen und das ist in der Schweiz passiert", glaubt Weber die klarstellt, dass man vor der Entscheidung die Daten aus dem Ausland ausgewertet habe und diese Vorgänge leider auch einen größen Zeitaufwand erfordern.