Prahl: Da haben wir mit der Lola, wie sie mit richtigem Namen heißt, ganz großes Glück gehabt. Diese Kuh strahlte eine derartige Ruhe aus und machte das alles so großartig, dass wir alle ganz entzückt waren. Es war wirklich irre. Dabei war sie ja keine dressierte Kuh. Sie hatte aber tatsächlich schon mehrfach an solchen Wettbewerben teilgenommen und wusste, was auf sie zukommt. Außerdem musste sie auch optisch die Voraussetzungen für so eine Preis-Kuh erfüllen. Also ein hochliegendes, breites Becken, schlanke Fesseln und einen großen Euter.
Gab es Berührungsängste mit der Kuh, weil die ja doch recht groß und stark sind?Prahl: Nein, ich bin ja in Schleswig-Holstein mehr oder weniger kleinstädtisch aufgewachsen. Und als ich so zehn Jahre alt war, hatte ich einen Freund, dessen Vater einen kleinen Betrieb mit ein paar Kühen hatte. Damals hatte ich die ersten Kontakte mit Kühen. Wir durften sie zum Beispiel immer aus dem Stall auf die Wiese lassen. Vor allem, wenn die Staken (Jungbullen) nach dem Winter zum ersten Mal wieder rausdurften, war das schon sehr beeindruckend, wie die sich freuten. Die waren kaum in Zaum zu halten.
Wie schaut es mit Kühe-Verspeisen bei Ihnen aus?Prahl: Meine Großmutter arbeitete beim Schlachter. Damals gab es noch den Fleischer vor Ort, der einmal in der Woche regionale Kühe und Schweine geschlachtet und verarbeitet hatte. Es gab diese Tierquälerei noch nicht, bei der die Tiere kaserniert und dann über ewige Strecken durch die Landschaft gekarrt werden. Das gab es alles noch nicht, insofern bin ich natürlich ein konditionierter Fleischesser und es ist wahnsinnig schwer, das wieder rauszukriegen. Ich bemühe mich aber redlich, hier und da auf Fleisch zu verzichten und auch mal einen vegetarischen Tag einzulegen, aber alles in allem bin ich dann doch schon ein Carnivore.
Ein ernstes Thema im Film ist die Sache mit dem Erben. Wie kann man da Streit vermeiden?Prahl: Das ist ja leider wohl sehr häufig so und das ist grässlich, finde ich. Mittlerweile bin ich nun auch in dem Alter, dass ich schon den einen oder anderen Todesfall miterlebt, und auch die Erfahrung gemacht habe, was im Nachgang alles für die Hinterbliebenen an Arbeit zu leisten ist. Da kann ich nur jedem empfehlen, tatsächlich ein Testament bei einem Notar aufzusetzen oder aufsetzen zu lassen und Angelegenheiten wie beispielsweise Bankvollmachten über den Tod hinaus für den Ehepartner im Vorfeld zu regeln.
Zum Schluss noch zum "Tatort". Da bleibt alles beim Alten oder ist ein Ende in Sicht?Prahl: Im November wird der nächste ausgestrahlt und dann drehen wir auch schon wieder.