SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat im Falle seines Wahlsiegs vor Besserverdiener mit hohem Einkommen stärker zu besteuern und im Gegenzug dazu Menschen mit geringem Einkommen spürbar zu entlasten. Der steuerfrei Grundfreibetrag soll bei einem Wahlsieger Olaf Scholz unverändert bei 9.984 Euro liegen. Der Spitzensteuersatz hingegen würde unter Scholz auf 45 Prozent ansteigen. Dieser soll allerdings erst ab einem Single-Einkommen von 100.000 im Jahr oder einem Einkommen von 200.000 Euro Brutto bei Verheirateten im Jahr zur Abwendung kommen. Zusätzlich plant Scholz mit einer zusätzlichen Steuer von 3 Prozent bei Einkommen ab 250.000 (Verheiratete: 500.000), die von Scholz als Reichensteuer bezeichnet wird. Beim Solidaritätszuschlag setzt sich Scholz dafür ein, dass die Spitzenverdiener auch weiterhin den Soli zahlen müssen. Bei einem Bundeskanzler Olaf Scholz dürfte die Vermögenssteuer für Millionäre erneut in Kraft treten. Menschen, die über ein Vermögen von 2 Millionen Euro verfügen, müssten dann jährlich 1 Prozent pro Jahr auf dieses Vermögen zahlen, bei Milliardären wären es 2 Prozent. Bei der Erbschaftssteuer sollen die Erben von Unternehmen zukünftig mehr Steuern zahlen. Bei der Mehrwertsteuer in der Gastronomie plant Scholz mit einer Beibehaltung des aktuellen Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent.
Sollte Grünen-Politikerin Annalena Baerbock die Wahl gewinnen, würde die Einkommenssteuer vor allem für Gering- und Normalverdienern leicht sinken. Der Grundfreibetrag würde unter Baerbock ansteigen. Beim Spitzensteuersatz plädiert die Politikerin auf eine Erhöhung auf 45 Prozent ab einem Einkommen von 100.000 Euro brutto pro Jahr und 48 Prozent ab einem Einkommen von 250.000 Euro jährlich. Auch Baerbock spricht sich dafür aus, dass die Spitzenverdiener den Solidaritätszuschlag weiter zahlen. Genau wie Olaf Scholz plädiert Baerbock für eine gesonderte Vermögenssteuer von 1 Prozent ab einem Vermögen von 2 Millionen Euro. Bei der Erbschaftssteuer sei eine Erhöhung geplant. Details oder konkrete Pläne gibt es in diesem Zusammenhang bisher nicht. An den Mehrwertsteuersätze soll fast alles beim Alten bleiben. Lediglich der Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar will eine Senking der Mehrwertsteuer bei Fahrradreparaturen auf sieben Prozent erreichen.