Wie es scheint kann die Kanzlerin nach langen Jahren an der Spitze der deutschen Regierung ruhigen Gewissens aus ihre Amt scheiden.
"Ja, ich finde, dass ich meinen Beitrag geleistet habe", erklärte Merkel unter dem Applaus des Publikums und merkte gleichzeitig an, dass das Land nun etwas Neues brauche. Zudem äußerte sich Merkel nun auch zur ihrer eigenen Zukunft. "Möchte ich schreiben? Möchte ich reden? Möchte ich wandern? Möchte ich zuhause sein? Möchte ich in die Welt fahren? Und dazu, hab ich mir vorgenommen, mache ich eben erstmal nichts und warte mal, was so kommt. Und das, finde ich, ist sehr faszinierend", scheint bei der Kanzlerin bisher noch keine endgültige Entscheidung gefallen zu sein. Zudem spricht Merkel erstmals auch über einen persönlichen Schicksalschlag, als sie zum Tod ihrer Mutter vor 2 Jahren befragt wird: "Wenn man dann immer angeguckt wird: Sieht man was? Das find ich schon schwer. Da muss man sich seinen Raum bauen", erklärt Merkel und macht damit klar, dass sie sich nach dem Tod ihre Mutter abgekapselt habe und diesen Verlust nur mit ihrem engsten Umfeld geteilt habe.
Als schwersten Moment ihrer Politkarriere bezeichnet sie die Eurokrise in Griechenland. Dabei gesteht die Kanzlerin, dass man den Bürgern in Griechenland vermutlich sehr viel zugemutet habe. Als glückliche Momente bezeichnet die Kanzlerin generell jene Momente in denen es ihr gelungen sei, tragbare Kompromisse für schwere Probleme zu finden. Bedonders erinnert sich Merkel in diesem Zusammenhang an eine Situation im Vorjahr als man sich nach langem Hin und Her mit den Staats- und Regierungschefs der EU letztlich doch auf die Corona-Hilfen einigen konnte. "Dann ist man glücklich", verdeutlicht die Kanzlerin. Zudem gibt Merkel Einblick in ihre Entscheidung während der Flüchtlingskrise 2015. So glaubt die Kanzlerin nicht, dass ihr berühmter Satz "Wir schaffen das" als Einladung für Flüchtlinge aus aller Welt verstanden worde sei. Damals habe sie praktisch keine andere Wahl gehabt, als die Flüchtlinge schon an der deutschen Grenze standen. "Und jetzt zu sagen: Passt mal auf, zurück übers Mittelmeer, das war für mich kein Weg", erklärt Merkel, die ihrem wichtigen Amt nun schon bald den Rücken kehren wird.