Für viele der Menschen wird die Zeit nun knapp. da die US-Truppen geplant haben, spätestens am 31. August abzuziehen. Denn vom Schutz der letzten 5.200 US-Soldaten hängen die Evakuierungen anderer Streitkräfte ab. Darunter auch die letzten verbliebenen Soldaten der Bundeswehr. US-Präsident Joe Biden hatte zuletzt deshalb nicht mehr ausgeschlossen auch über den 31. August hinaus in Kabul zu bleiben. Allerdings ist dies nicht sicher und es gibt keine Garantie darauf, wie sich die Taliban in diesem Fall weiter verhalten werden. Darunter leiden vor allem diejenigen, die das Land nun verlassen wollen. "Die Lage am Flughafen Kabul ist aber äußerst unübersichtlich. Es kommt an den Gates immer wieder zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Der Zugang zum Flughafen ist derzeit möglich. Zwischendurch kann es aber immer wieder kurzfristig zu Sperrungen der Tore kommen, auch weil so viele Menschen mit ihren Familien versuchen, auf das Gelände zu kommen. Wir können Sie leider nicht vorab informieren, wann die Tore geöffnet sein werden", schrieb die deutsche Botschaft am Freitag an ausreisewilligen Landsleute.
Nach Informationen des Magazins "SPIEGEL" sei die Bundeswehr vor Ort nun auch dazu übergegangen zwei kleiner Helikopter des Kommandos Spezialkräfte (KSK) einzusetzen um Menschen zu evakuieren. Diese Maschinen passen in den Laderaum der Transportflieger A400M. Diese KSK-Hubschrauber werden im Normalfall zur Befreiung von Geiseln genutzt und sind in der Lage auch in eng bebauten Städten zu landen. Jetzt sollen sie dabei helfen die Menschen zum Kabuler Flughafen zu bringen. Insgesamt sind seit Montag 1.600 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen worden. Allerdings könnten im Land doch noch mehr Deutsche als angenommen auf eine Rettung warten. Auf den Listen des Auswärtigen Amtes haben sich mittlerweile eine dreistellige Anzahl an Deutschen registriert, die das Land verlassen möchten.