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News (2 / 1) 14.08.2022 23:34 / Simo
Symbolbild imago
Die Streitkräfte seien in der Lage, "tausende Menschen am Tag" aus Afghanistan auszufliegen.
Kabul noch nicht in Gefahr
Kabul sei derzeit nicht in "unmittelbarer Gefahr", sagte Kirby. Washington beobachte jedoch "mit großer Sorge", die Geschwindigkeit, in der die Taliban ihre Kontrolle in Afghanistan ausbauten sowie den "fehlenden Widerstand, mit dem sie konfrontiert sind".
Während die deutsche Botschaft in Kabul laut Maas "arbeitsfähig" bleiben soll, verkündeten Dänemark und Norwegen die vorläufige Schließung ihrer diplomatischen Vertretungen in Kabul. Den Abzug von Botschaftspersonal bestätigten am Freitag außerdem die Niederlande, Spanien und Großbritannien.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson warnte den Westen angesichts des Taliban-Vormarsches davor, Afghanistan "den Rücken zu kehren". Afghanistan dürfe nicht erneut "zur Brutstätte für Terror" werden. Zuvor hatte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace die Rückkehr des Terrornetzwerks Al-Kaida als "wahrscheinlich" bezeichnet.
Seit Beginn des vollständigen Abzugs der Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. In den vergangenen acht Tagen nahmen die Islamisten rund die Hälfte der 34 afghanischen Provinzhauptstädte ein, darunter zuletzt auch die zweitgrößte Stadt Kandahar. Am Freitag standen sie nach Eroberung der Provinzhauptstadt Pul-i-Alam nur noch 50 Kilometer vor Kabul, wie ein Regionalabgeordneter der Provinz Logar mitteilte.
Laut UN-Generalsekretär António Guterres begehen die Taliban in den von ihnen kontrollierten Gebieten "entsetzliche" Menschenrechtsverbrechen. Es sei "herzzerreißend, Berichte zu sehen, wonach afghanischen Frauen und Mädchen ihre hart erkämpften Rechte entrissen werden", sagte Guterres am Freitag vor Journalisten.
Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg äußerte sich "zutiefst besorgt" angesichts der Gewalt durch die Taliban-Offensive. "Die Taliban müssen erkennen, dass sie nicht von der internationalen Gemeinschaft anerkannt werden, wenn sie das Land mit Gewalt übernehmen", sagte er. Die Nato werde weiterhin eine "politische Lösung" im Afghanistan-Konflikt unterstützen.