Nachdem die internaionalen Truppen ihren Abschied aus Afghanistan angekündigt hatten, sind die Taliban wieder auf dem Vormarsch. Jetzt haben die Islamisten die afghanische Stadt Kundus im Norden von Afghanistan eingenommen. Noch vor wenigen Monaten hatte die Bundeswehr dort in einem Stadort "die Freiheit Deutschlands am Hindukusch verteidigt". Die erneute Einnahme der Stadt durch die Taliban stellt deutlich in Frage, wofür sich die Bundeswehr fast zwei Jahrzehnte dort aufgehalten hat.
Schockierende Bilder aus Kundus im Norden von Afghanistan. Dort waren bis vor wenigen Monaten insgesamt 19 Jahre deutsche Soldaten der Bundeswehr stationiert gewesen. Deutlicher kann man das Scheitern des deutschen Einsatzes am Hindukusch vermutlich nicht mehr darstellen. Gut 3 Tage nach ihrem Einzug in die Stadt kontrollieren die Taliban nun auch den in der Nähe der Stadt gelegenen Militärflughafen. Fotos zeigen Taliban-Kämpfer, die über das Rollfeld laufen und die Militärbaracken am Flughafen besetzen. Dabei inspizierten die Rebellen auch einen aus Indien importierten Kampfhubschrauber vom Typ Mi-35 und schauten sich auch den Rest des Flughafens und seine Verteidigungsanlagen genau an. Mehrere hundert afghanische Soldaten und Polizisten waren zuvor kampflos abgezogen. Während des Abzug standen die Taliban den Regierungssoldaten sogar Spalier. Teile der afghanischen Soldaten wurden von Propagandisten der Taliban interviewt und es wurden Hände geschüttelt.