Neben dem zur Gemeinde Oropos gehörenden Ort Afidnes erreichten die Flammen gegen Mittag auch die ersten Häuser der nahegelegenen Siedlung Krioneri. Ein Teil der Autobahn, die den Norden des Landes mit dem Süden verbindet, wurde vorsorglich gesperrt. Rund 2000 Menschen aus dem nahegelegenen Flüchtlingslager Ritsona wurden in Sicherheit gebracht.
Durch Athen zog am Freitag erneut ein beißender Geruch von Rauch. Die Wetterstation in der griechischen Hauptstadt warnte vor der schlechten Luftqualität. Dennoch trotzten einige Touristen der schlechten Luft, um im Morgengrauen mit bedecktem Gesicht die Akropolis zu besteigen, bevor diese während der größten Hitze geschlossen wurde.
In der Türkei setzte die Feuerwehr am zehnten Tag in Folge ihre Kämpfe gegen die Brände in fünf Provinzen fort. Betroffen waren erneut die Touristengebiete von Antalya und Mugla; der türkische Fernsehsender NTV berichtete von weiteren Evakuierungen. Die Behörden zählten 208 Brände seit Ende Juli, von denen zwölf am Freitag noch aktiv waren. Dabei kamen bisher mindestens acht Menschen ums Leben.
Mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad Celsius erleben Griechenland und die Türkei eine außergewöhnliche Hitzewelle. Der griechische Zivilschutz warnte Einwohner und Urlauber im ganzen Land per SMS vor der "extremen Brandgefahr in den kommenden Tagen". "Wenn einige Leute noch immer fragen, ob der Klimawandel Wirklichkeit ist, sollen sie hierherkommen", hatte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag bei einem Besuch der Brandgebiete betont.