Schon im Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt, dass die Lambda-Variante ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden könnte. Noch jedoch gibt es wenig konkrete Forschungsergebnisse zu dieser Variante, die von der WHO als Variante unter Beobachtung ("variant of interest", kurz VOI) eingestuft wurde. Dies gilt für Varianten, die zu einem gehäuften Auftreten von Infektionsfällen führen, in mehreren Ländern vorhanden sind und beobachtet werden sollten. Die Autoren der japanischen Studie fordern die WHO nun auf, die Lambda-Variante als besorgniserregende Variante ("variant of concern", kurz: VOC) aufzulisten. Denn nach Auffassung der Forscher erfülle die Mutante die Voraussetzung für diese Einstufung. Sie weise sowohl eine erhöhte virale Infektiosität auf und bilde eine Resistenz gegen antivirale Immunität. Außerden könnte die Lambda Variante, wie auch die Delta-Variante eine ernsthafte Gefahr darstellen.
Denn wie schnell sich diese Variante ausbreitet, hatte sich in Peru gezeigt. Im Dezember gab es dort lediglich 200 durch diese Variante ausgelöste Corona-Infektionen. Im März 2021 war die Variante für etwa 50 Prozent der Infektionen verantwortlich. Mittlerweile werden mehr als 80 Prozent der Fälle in Peru von der Lambda-Variante ausgelöst. "Lambda ist in kürzester Zeit zur dominierenden Variante in Peru aufgestiegen", bestätigt der peruanische Forscher Pablo Tsukayama gegenüber dem Deutschlandfunk. Und bei dieser Ausbreitung hat die Lambda-Variante dann sogar Varianten verdrängt, die von der WHO als deutlich gefährlicher eingestuft wurden. So zum Beispiel die Gamma-Mutation P.1, die zunächst in Brasilien entdeckt worden war. Die Forscher rechnen in den nächsten Monaten mit der Entstehung weiterer Varianten. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass im südamerikanischen Winter mit einer dritten Corona-Welle zwischen Juli und September neue Varianten auftauchen, die vielleicht nicht unbedingt gefährlicher, aber auf jeden Fall ansteckender sein werden", prognostiziert Tsukayama. Bleibt zu hoffen, dass nicht doch noch eine Mutante auftritt, die die Impfungen gegen Corona komplett wirkungslos machen.