In der Vergangenheit waren in China Gefangene hingerichtet worden, denen nach ihrem Tod ihre Organe entnommen wurden. Seit 2015 ist diese Praxis in China offiziell verboten. Trotzdem scheint es bis heute auch weiterhin Organraub bei den chinesischen Häftlingen zu geben.
Ein Bericht des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UN) scheint nun zu zeigen, dass in China auch weiterhin Organentnahmen bei Häftlingen stattfinden sollen. Denn in dem Bericht wollen die Menschrechtler der UN "glaubwürdige Informationen“ erhalten haben, die zeigen sollen, dass China offenbar die Insassen der Gefängnisse noch immer zu Bluttests sowie Ultraschall- und Röntgenaufnahmen zwingt. Die Daten dieser Untersuchungen werden dann offenbar in einer Transplantationsdatenbank registriert. Auf diese Weise sei schwer zu überprüfen, ob die angeblichen Organspenden der Häftlinge auf freiwilliger Basis durchgeführt würden. Zudem sollen Familien hingerichteter Häftlinge sich darüber beklagt haben, dass ihnen die Leichnahme nicht zur Bestattung übergeben werden, heißt es in dem Bericht der UN-Menschenrechtler. Außerdem kommt der UN-Bericht zu dem Schluß, dass es die Chinesen auf Herzen, Nieren, Lebern und Augenhornhäute von Minderheiten abgesehen haben sollen. "Die erzwungene Organentnahme in China scheint auf Angehörige bestimmter ethnischer, sprachlicher oder religiöser Minderheiten abzuzielen, die an verschiedenen Orten inhaftiert sind, oft ohne dass ihnen die Gründe für die Verhaftung erläutert werden oder Haftbefehle vorliegen“, macht ein Sprecher der Vereinten Nationen deutlich. Zu den in China verfolgten Minderheiten zählen vor allem die Uiguren, Mitglieder der spirituellen Falun-Gong-Bewegung und Christen.