Hat sich Putin die EM gekauft? Millionenvertrag zwischen UEFA und Gazprom - So viel Einfluss nehmen die Russen

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Hat sich Putin die EM gekauft? Millionenvertrag zwischen UEFA und Gazprom - So viel Einfluss nehmen die Russen

News (2 / 1) 12.06.2022 23:33 / Simo Symbolbild imago


Anti-Korruptionsexpertin kritisiert Deal zwischen der UEFA und Gazprom

Anti-Korruptionsexperten sehen den Deal zwischen der UEFA und dem russischen Staatskonzern Gazprom allerdings kritisch. Durch dieses Sponsoring werde gezeigt, "wie autoritäre Regime durch strategische Korruption verschiedene Organisationen diskreditieren. Zuvor haben wir gesehen, wie sich die Kaviar-Diplomatie negativ auf die Entscheidung des Europarats auswirkten. Heute beeinflussen sie die der UEFA“, warnt die Anti-Korruptionsexpertin Alexandra Hopko. "EM-Spiele in der Russischen Föderation auszurichten, ist eine Schönfärberei für das autoritäre und kleptokratische Regime Putins“, meint die aus der Ukraine stammende Expertin. Und scheint recht zu behalten, wie man am Trikotstreit mit der Ukraine sehen kann. Die offizielle Beschwerde der Russen wurde am Dienstag eingereicht, weil sich die russische Delegation an der Aufschrift "Es lebe die Ukraine. Es leben die Helden“ auf der Rückseite der Trikots beschwert hatte. Schon kurz danach forderte man die Ukraine von Seiten der UEFA auf, den Satz "Es leben die Helden" vom Trikot zu streichen. Im Vorfeld hatte bei der UEFA allerdings offenbar niemand ein Problem mit dem Design der Trikots gehabt. Der russische Fußballverband ist ebenfalls mit Gazprom vernetzt. So ist der Vorstand des russischen Fußballverbands Alexander Djukow, gleichzeitig auch der Vorsitzende des Vorstands des Ölkonzerns "Gazprom Neft“, einem Tochterunternehmen von EM-Sponsor Gazprom. Zudem sitzt Djukow seit April auch als Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee. Kein Wunder also, dass man bei der UEFA anscheinend alles tut, um den zahlungskräftigen Sponsoren nicht zu verärgern.

UEFA hat keinen Einfluss auf Vergabe von Akkreditierungen

Auch gegen die verweigerte Einreise für den ARD-Journalisten Robert Kempe kann oder will die UEFA nichts tun, wie man durch einen Sprecher gegenüber der "Bild"-Zeitung bestätigte. Die UEFA teile lediglich mit von den russischen Behörden über die Ablehnung zum Antrag der Akkreditierung von Herrn Kempe informiert worden zu sein. "Die UEFA ist nicht in der Lage, eine solche Entscheidung aufzuheben und hat auch keine detaillierten Informationen über die Ablehnung des Antrags zu erhalten“, erklärt der UEFA-Sprecher. In den anderen EM-Spielorten hatte Robert Kempe ohne Probleme seine Akkreditierung erhalten. Der außenpolitische Sprecher der FDP,

Bijan Djir-Sarai, zeigt sich über die Einreiseverweigerung Kempes durch Putins Behörden wenig überrascht. "Man muss immer mit Aktionen dieser Art rechnen, wenn wichtige Ereignisse wie ein Fußballturnier teils nach Russland verlegt werden“, kritisiert Djir-Sarai. "Sowohl die Bundesregierung als auch die UEFA müssen sich hier klar positionieren und für Pressefreiheit einsetzen“, fordert der FDP-Politiker.