Der Vorstoß der Regierungsberater hinsichtlich der Erhöhung des Eintrittsalters für die Rente hatte zum Teil heftige Reaktionen aus der Politik zur Folge. So äusserte Sozialminister Hubertus Heil (48, SPD) am Mittwoch beim Fernsehsender ARD, dass die Ökonomen mit ihren Vorschlägen auf dem "falschen Weg“ seien und damit das Vertrauen in die gesetzliche Rente zerstören würden. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) wiederum kritisiert, dass sich die "sogenannten Experten“ offenbar verrechnet hätten. Kritik, die die Ökonomen so allerdings nicht stehen lassen wollen. "Die Politik hat ihre Hausaufgaben in der Rentenpolitik nicht gemacht, daran wollten wir sie mit dem Gutachten erinnern“, erklärt der an der Studie beteiligte Beirats-Chef Klaus Schmidt, der als
Professor an der LMU München arbeitet, gegenüber der "Bild-Zeitung". "Es war deshalb unser Anliegen, unsere Vorschläge noch vor der Wahl zu veröffentlichen, damit dieses Theman bei kommenden Koalitionsverhandlungen diskutiert werden kann“, verdeutlicht Schmidt, der die Politiker aufforderte ehrlich zu den Wählern zu sein. "Im Rentensystem wird es zu Einschnitten kommen und sie werden schmerzhaft sein. Wir haben aber Vorschläge vorgelegt, wie diese Einschnitte zumindest abgefedert werden können“, verdeutlicht der Ökonom.