Ab Montag Impfungen für alle! Ärzte haben Angst vor dem Ansturm auf die Praxen

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Ab Montag Impfungen für alle! Ärzte haben Angst vor dem Ansturm auf die Praxen

News (2 / 1) 05.06.2022 23:33 / Torben Symbolbild imago


Das Ende der bisher vorgesehenen Reihenfolge und der Mangel an Impfstoffen "führen also vorhersehbar zu einer Überlastung der Praxen". Die Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum zog angesichts der Lage das Impfversprechen der Bundesregierung in Zweifel. "Man sieht jetzt deutlich, dass wir viel zu wenig Impfstoff zur Verfügung haben", sagte sie der "Rheinischen Post". Sie sei nach wie vor "skeptisch, ob das Versprechen der Bundesregierung zu halten ist, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen." Am Montag steigen auch die Betriebsärzte voll in die Corona-Impfkampagne ein. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, dämpfte vorab die Erwartungen und verwies ebenfalls auf Impfstoffmangel. "Für die kommende Woche konnte jeder Betriebsarzt 800 Dosen bestellen und er bekommt am Ende 102", sagte Panter den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Der Verband empfiehlt den Betriebsärzten demnach, zuerst Mitarbeiter mit einem höheren Infektionsrisiko zu impfen, wie beispielsweise Angestellte, die in Werkshallen eng zusammenarbeiten oder viel Kundenkontakt haben. Büromitarbeiter oder Beschäftigte im Homeoffice könnten nachrangig geimpft werden. Unterdessen fordert der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen bereits Planungen für die Auffrischungsimpfungen gegen Corona. "Mit Blick auf den Herbst müssen wir uns Gedanken machen, wie und für wen wir Auffrischimpfungen anbieten sollten", sagte er der "Rheinischen Post". Die Auffrischung müsse nach Indikationsgruppen erfolgen. Dahmen schlug zur besseren Organisation eine Verknüpfung der Corona-Impfungen mit den Grippe-Impfungen vor.