Im Augenblick lesen sich die Zahlen der Corona-Pandemie in Deutschland sehr optimistisch. Sinkende Inzidenzzahlen, weniger Todesfälle und eine abnehmende Anzahl der belegten Intensivbetten zeigen, dass die 3. Welle der Corona-Pandemie offenbar gebrochen wurde. Doch während Deutschlands Nachbarländer trotz höherer Inzidenzwerte weiter öffnen, geht der Lockdown in Deutschland noch immer weiter.
Obwohl die Infektionszahlen des Coronavirus bereits seit Wochen immer weiter fallen, hält die deutsche Bundesregierung noch immer an dem zur Zeit gültigen Lockdown fest. Aber wieso wird bisher noch nicht gelockert? Noch am Wochenende hatte Gesundheitsminister Jens Spahn verkündet, dass auch weiterhin Vorsicht und Umsicht der Bundsbürger notwendig sei. Als Zielmarke sprach Spahn von einem Inzidenzwert unter 20, damit im Sommer weitreichende Lockerungen unternommen werden könnten. Doch für die von Spahn genannte Zielmarke gab es von anderen Politikern reichlich Spott. "Mit seinen Spekulationen verbreitet Herr Spahn nur öffentliche Verunsicherung", kritisiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Michael Theurer, gegenüber der Zeitung "Welt". "Die Intensivbetten leeren sich, die schweren Verläufe werden deutlich seltener. Die Gefährdungslage aus einer spezifischen Zahl, sei es 20, 35, 50 oder 100, ist inzwischen eine ganz andere, als das noch Anfang des Jahres der Fall war", macht der FDP-Politiker deutlich. Auch die Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali übte Kritik an Spahn: "Konkrete Problemlösung anstatt schwurbeliger Ankündigungen wäre jetzt dringend geboten."