Impfungen von Schulkindern - so sind die Pläne der Bundesländer! Die Planungen auf Hochtouren

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Impfungen von Schulkindern - so sind die Pläne der Bundesländer! Die Planungen auf Hochtouren

News (2 / 1) 20.05.2022 23:33 / Tim Symbolbild imago


Impfaktion an bayrischem Gymnasium offenbar scheitert

Auch in Bayern ist man mit den Vorbereitungen auf die Impfung der Jugendlichen beschäftigt und wollte sogar bereits damit loslegen. So war geplant in Planegg nahe München an einem dortigen Gymnasium bereits Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren zu impfen. Der Schulleiter hatte alles bereits organisiert. So sollte ein Arzt an einem Tag an der Schule sämtlich Schüler ab 16 Jahren impfen. Doch dann wurde die Aktion wegen heftiger Kritik abgeblasen. Wegen der aktuellen Knappheit des Biontech-Impfstoffs wurde letztendlich auf diese Aktion verzichtet. Mittlerweile wird sogar diskutiert, ob es tatsächlich sinnvoll ist Kinder und Jugendliche zu impfen. Bei vielen Kindern verläuft eine Ansteckung symptomlos und wenn überhaupt, kommt es zu milden Symptomen. Deshalb müsse man bei gesunden Kindern Risiken und Nutzen abwägen, macht Johannes Hübner, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, gegenüber dem Bayrischen Rundfunk deutlich. "Sie sind mehr durch Ertrinken und Verkehrsunfälle gefährdet als durch das Coronavirus", verdeutlicht der Mediziner. Ein Argument dem der Infektiologe Peter Kremsner von der Universität Tübingen widerspricht: "Wenn man auf die große Perspektive schaut, dann ist es schon sinnvoll, dass wir möglichst alle, und das heißt auch Junge und Kinder, mitimpfen, wenn wir Herdenimmunität erreichen wollen und diese Infektionen im Weiteren unter Kontrolle halten wollen".

Kritik an der Impfung von Kindern

Deutliche Kritik an den geplante Impfungen gab es dagegen vom Epidemiologen und Virologen Klaus Stöhr. "Jede Impfung geht mit Nebenwirkungen einher. Die dürfen niemals den zu erzielenden Nutzen übersteigen", warnte der Mediziner in einem Gespräch mit ntv.de. Vor allem legen Daten aus Großbritannien und Israel nahe, dass die Kindern sich durch den Impffortschritt bei den Erwachsenen weniger anstecken. "Das bestätigt den Großteil der Befunde, die nicht nur in der Welt, sondern auch in Deutschland zusammengefasst wurden, dass die Hauptinfektionsrichtung von den Erwachsenen zu den Kindern geht und nicht umgekehrt", erklärt Stöhr. Deshalb hoffe er, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland auf eine grudsätzliche Empfehlung der Impfungen für Kinder verzichten wird. In den USA ist der Biontech-Impfstoff bereits für die Impfungen ab 12 Jahren freigegeben worden. Spätestens Ende des Jahres sollen dann auch genug Daten vorliegen, um die Impfungen bei Kindern zwischen 11 Monaten und 11 Jahren zu starten. Bisher sind in den USA nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bereits 600.000 Kinder zwischen 12 und 15 Jahren gegen das Coronavirus geimpft worden.