Sahin und die Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci hatten dem "Wir"-Bericht zufolge persönlich die Erprobung und Zulassung des Impfstoffs für Kinder zur Priorität gemacht, nachdem aggressivere Mutanten des Coronavirus zu grassieren begannen. Die Zielsetzung lautete demnach, vor dem nächsten Winter müsse der Impfstoff für alle Kinder ab dem Kindergartenalter erprobt sein. Eine Zulassung für alle Altersklassen wird für September angestrebt.
"Wir sind bislang auf gutem Weg, diese Ziele zu erreichen", sagte Sahin dem "Wir". "Wir haben schon die Studiendaten für die Zwölf- bis 15-Jährigen in den USA für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung."
Für jüngere Kinder unter zwölf Jahren läuft derzeit noch eine zweite klinische Studie, die nach Biontech-Angaben bereits weit fortgeschritten ist. "Im Juli könnten erste Ergebnisse für die Fünf- bis Zwölfjährigen, im September für jüngeren Kinder vorliegen, die Auswertung dauert etwa vier bis sechs Wochen", sagte Sahin. "Wenn alles gut geht, können wir, sobald die Daten ausgewertet sind, in verschiedenen Ländern den Antrag auf Zulassung des Impfstoffs für alle Kinder der jeweiligen Altersgruppe einreichen."
Sahin ist zuversichtlich, weil nach den bereits vorliegenden Studiendaten der Impfstoff bei älteren Kindern ab zwölf Jahren zu 100 Prozent wirksam und gut verträglich war. Diese "ermutigenden Ergebnisse", deuten laut Sahin darauf hin, "dass Kinder durch die Impfung besonders gut geschützt sind".
Am Mittwoch hatte Sahin bei einer Pressekonferenz in Berlin gesagt, dass der Corona-Impfstoff seiner Firma auch gegen die in Indien grassierende Corona-Mutation wirken dürfte. Das Vakzin von Biontech/Pfizer war im Dezember als erster Corona-Impfstoff überhaupt