Ärzte besorgt! Lage der Kinder während Corona in Deutschland immer schlimmer!

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Ärzte besorgt! Lage der Kinder während Corona in Deutschland immer schlimmer!

News (2 / 1) 27.04.2022 23:33 / Peter Symbolbild imago


Noch immer erkranken sowohl Kinder und Jugendliche seltener an Covid-19 und haben in diesen Fällen dann auch meist einfachere Verläufe als die Erwachsenen. Dafür aber zeigen sich immer mehr psychische Probleme bei den Kindern. Aus diesem Grund stellt Karsten immer häufiger Suizidabsichten und Fälle der Selbstverletzungen in seinem Arbeitsalltag fest. "Auch das selbstverletzende Verhalten durch Ritzen hat extrem zugenommen – das sehe ich inzwischen jeden zweiten Tag! Magersucht wird auch immer häufiger", gibt der Mediziner bei "Bild" einen Einblick in die aktuelle Lage. Zudem fordert der Mediziner Pandemie-Maßnahmen auf der Basis von Daten und nicht Vermutungen zu treffen. "Es muss endlich geklärt werden, ob Kinder tatsächlich Treiber der Pandemie sind oder nicht. Maßnahmen wie Kita- und Schulschließungen wären dann besser nachvollziehbar", ist sich der Fachmann sicher. Mit Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Achenbach (52) aus Plettenberg (NRW) schätzt ein weiterer Experte die Lage als "relativ dramatisch" ein. Ihn besorgt vor allem der durch die Pandemie enstandene Bewegungsmangel. Dieser sei nach seiner Ansicht für Kinder und Jugendliche "verheerend". Zuletzt hatte der Mediziner ein Kind behandelt, welches im Laufe von nur einem Jahr 35 Kilogramm an Gewicht zugelegt habe. Zudem seien dem Mediziner eine Häufung der Fälle augefallen, bei denen Kinder und Jugendliche "chronische, unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Verspannungen äußern." Viele Fälle seien nach Aschenbach wohl ein Ausdruck von seelischer Belastung.

Kinderärzte warnen vor psychischen Folgen für die Kinder

Beobachtungen die auch dem Bielefelder Kinderarzt Dr. Uwe Büsching (67), nicht unbekannt sind, der nebenher auch als Vorstandsmitglied im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands fungiert. "Bei etwa 15 Prozent merke ich, dass sie psychisch angegriffen sind", warnt der 67-jährige Mediziner. Zu einer ähnliche Einschätzung kommt auch Prof. Julian Schmitz (38), Kinder- und Jugendpsychotherapeut der Uni Leipzig. Auch er beobachtet, dass viel Kinder zunehmend "Verhaltensstörungen mit Wut und Aggression zeigen". Zudem häufen sich laut Schmitz auch die Fälle von Depressionen und Ängsten. Besonders häufig sei "Angst, den Schulstoff nicht bewältigen zu können". Zudem fürchten die Kinder den Kontakt zu ihren Freunden zu verlieren, erklärt der Experte. Deshalb fordern die Mediziner nach Lösungen zu suchen, die auch die Kinder in der Pandemie unterstützen. Sie plädieren zum Beispiel für Sportangebote in Gruppen sowie verstärkte Hilfe für psychisch belastete Kinder.