Vor 50 Jahren machte die Menschheit ihren bis dato größten Schritt. Die Mondlandung der Apollo-11-Mission gehört auch heute noch zu den größten technologischen Errungenschaften, die der Homo sapiens je hervorgebracht hat. Allerdings erscheint der Anwendungsfall dieser technischen Meisterleistung auf den ersten Blick eher abstrakt. Schließlich kann nicht jeder von uns eine Saturn-V-Rakete besteigen, und Urlaub beim fabelhaften Mann im Mond machen. Tatsächlich aber hat uns die Mondlandung einen ganzen Strauß an sogenannten "Spinoff"-Technologien geliefert, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.
1. Moderne Sneaker-SohlenDer Sneaker - oder Turnschuh - ist heute aus keiner Garderobe mehr wegzudenken. Von Chucks bis Stan Smiths hat so ziemlich jeder Mensch ein paar der Leisetreter im Schrank stehen. Was allerdings Wenige wissen: Das Herstellungsverfahren für moderne Sneaker-Sohlen hat die NASA entwickelt - für die Helme ihrer Astronauten. Raumfahrt-Ingenieur Frank Rudy nahm die sogenannten Blasformen mit zum Hersteller Nike und stellte dem die Idee einer mit Luftpolstern gefühlten Schuhsohle vor: Der Nike Air war geboren.
2. Moderne WerkzeugeDie Astronauten der Apollo-Missionen hatten unter anderem die Aufgabe, Gesteinsproben auf dem Mond zu sammeln. Dazu war ein Bohrer nötig, der gleichzeitig Leistungsfähig und leicht sein musste. Die Mondoberfläche ist sehr hart, und jedes Gramm Nutzlast kostet beim Raketenstart bares Geld. Den Auftrag zur Entwicklung eines solchen Bohrers bekam die Firma Black & Decker, die aus dessen Entwicklung wertvolle Einsichten in die Herstellung leichtgewichtiger, kabelloser Werkzeuge erhielt - unter anderem Akkuschrauber oder Handstaubsauger.
3. Memory FoamDie NASA suchte nach Wegen, Pilotensitze bequemer zu machen. Der sogenannte Memory Foam, ein Schaumstoff mit Formgedächtnis, ist nicht nur in der Lage, Stöße zu absorbieren, er sorgt gleichzeitig auch für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung. Diese Eigenschaften machten den Schaumstoff jenseits der Raumfahrt ebenfalls interessant, etwa für den medizinischen Bereich, wo Matratzen aus Memory Foam dabei helfen, bettlägrige Menschen vor dem Wundliegen zu schützen. In den 1970er und 1980er Jahren waren außerdem die Helme der Football-Mannschaft Dallas Cowboys mit dem Stoff ausgekleidet.
4. Digitale BildsensorenAus dem heutigen Leben sind diese Helferlein nicht mehr wegzudenken - digitale Bildsensoren. Entwickelt wurden die Sensoren, die in jedem Smartphone verbaut sind, für die Raumfahrt. Denn die Kameras, mit denen die Apollo-11-Astronauten noch fotografieren mussten, waren schwer und sperrig. Mithilfe der CMOS-Technologie war es möglich, kleinere Kameras zum Mond zu schicken.
6. Kratzfeste BrillengläserWas für normale Brillenträger mindestens ärgerlich ist, kann im Weltall schnell zur Gefahr werden: Kratzer auf dem Helmvisier oder auf Brillengläsern. Die NASA entwickelte daher eine spezielle kratzfeste Beschichtung für die Visiere ihrer Astronauten.