Mehr Neuinfektion durch diese Regierungs-Entscheidung? Discounter befürchten Kundenansturm wegen "Osterruhe"

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Mehr Neuinfektion durch diese Regierungs-Entscheidung? Discounter befürchten Kundenansturm wegen "Osterruhe"

News (2 / 1) 25.03.2022 00:33 / Günter Symbolbild imago


Viel drastischer fiel allerdings die Kritik der Drogeriemarktkette Rossmann aus. Diese muss nach den am Montag beschlossenen Maßnahmen ihre Filialen wohl auch am Ostersamstag geschlossen lassen. "Die Politik hat sich mit diesem Beschluss leider von der Lebensrealität der Menschen entfernt. Wir sehen mit großer Sorge auf die kommende Woche und erwarten einen Kundenansturm, der sowohl für unsere Kundinnen und Kunden als auch unsere Mitarbeitenden zu einer enormen Herausforderung werden dürfte", ist sich Raoul Roßmann, der Geschäftsführer des Unternehmens sicher. Diese Folgen dürften sich dann sogar eher negativ auf das Pandemiegeschehen auswirken. Kritik gibt es auch vom Handelsverband Deutschland (HDE). Dieser bewertete die beschlossenen Maßnahmen ebenfalls als kontraproduktiv. "Den Lebensmittelhandel mit seinen nachweislich hervorragend funktionierenden Hygienekonzepten symbolisch für einen Tag zuzumachen, hilft im Kampf gegen die Pandemie nicht weiter", ist sich der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sicher. "Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus." Genth kritisierte, dass sich die Politik lediglich an den Infektionszahlen orientiere und dabei aber die Infektionslage aus den Augen verliere.

Lieferungen müssten neu getaktet werden

Doch die Maßnahmen bringen noch weitere Probleme mit sich. Da viele Geschäft für diese "Ruhetage" rund um Ostern geschlossen werden, können zu dieser Zeit natürlich auch keine Waren angeliefert werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass in vielen Discountern nun auch die Lieferungen neu getaktet werden müssen. Dies erklärt nun der Sprecher des Handelsverbandes Lebensmittel, Christian Böttcher. Außerdem werde nun wohl in den Tagen von Montag bis Mittwoch deutlich mehr Ware verkauft werden als ursprünglich geplant. Zudem müsse auch am Ostersamstag und am Dienstag bei der Eröffnung der Läden genug Produkte vorhanden sein. Mit Unverständnis kommentierte Reinhard Houben, der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktionm, die getroffenen Entscheidung "Die Schließung des Lebensmittelhandels am Gründonnerstag klingt eher wie ein schlechter Aprilscherz als ein ernst gemeinter Versuch, das Infektionsgeschehen einzudämmen", kritisiert der FDP-Politiker