Wissenschaftler attackieren die Bundesregierung! Inzidenzwert - "Darf nicht das Mass aller Dinge sein"

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Wissenschaftler attackieren die Bundesregierung! Inzidenzwert - "Darf nicht das Mass aller Dinge sein"

News (2 / 1) 23.03.2022 00:34 / Silia Symbolbild imago


Auch bei bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren steigen die Infektionszahlen deutlich an. Auch dies ist allerdings eine unmittelbare Folge der verstärkten Tests. Schon seit einigen Wochen dürfen vor allem jüngere Schüler wieder zur Schule gehen und erhalten Präsenzunterricht. Dadurch hat sich die Nummer der Tests in dieser Altersgruppe natürlich ebenfalls deutlich erhöht. Zu dieser Statistik haben die LMU-Wissenschaftler ebenfalls eine eigenen Ansicht. Denn sie glauben, "dass steigende Inzidenzen bei Kindern nicht zu steigenden Inzidenzen in anderen Altersgruppen“ führen würden. Noch immer gibt es keine Hinweise darauf, dass die Infektionen in Kitas und Schulen sich zu Pandemietreiber entwickeln. Zu dieser Erkenntnis war das Robert Koch-Institut (RKI) schon Ende Februar gekommen, als von den Experten festgestellt wurde, dass größere Ausbruchsgeschehen an Schulen mehr die Ausnahme als die Regel sind.

Wissenschaftler fordern Inzidenzwerte nach Alter zu differenzieren

Ein weiteres Problem sehen die Wissenschaftler darin, dass die Politik bei ihren Entscheidungen immer nur den Inzidenzwert sehen, ohne diesen auch nach dem Alter der angesteckten Personen aufzuschlüsseln. In diesem Fall könnten vor allem Probleme entstehen, wenn die Inzidenzen in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich entwickeln. Mittlerweile ist bekannt, dass vor allem ältere Menschen ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung haben. Trotzdem ist die Todesrate bereits jetzt deutlich gesunken, weil die Ü80-Jährigen zum großen Teil bereits geimpft wurden. Die hochbetagten Menschen stecken sich nun also deutlich seltener an. Auch solche Punkte müsse die Politik in ihre Lagebewertung miteinbeziehen. "Wir kommen zu dem Schluss, dass man die Gesamtinzidenz nicht als das ‚Maß aller Dinge‘ betrachten sollte“, kommen die Wissenschaftler zu einem eindeutigen Schluß. Sie fordern deshalb die Einbeziehung andere Daten, wie altersspezifische Inzidenzen, den R-Wert, die Hospitalisierungsrate und die Sterblichkeit, um die möglichst beste Entscheidung treffen zu können. Und fordern gleichzeitig auf, diese Vorschläge möglichst schnell umzusetzen. Denn das Infektionsgeschehen ändere sich durch die

neu auftretende Virusvarianten ständig.